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Über Friedhöfe & Erinnerungsorte in Wien

Wien hat ein Verhältnis zum Tod, das anderswo Befremden auslöst und hier schlicht zur Kultur gehört. Die „schöne Leich" – ein würdevolles, aufwendiges Begräbnis – war jahrhundertelang ein Statusthema, und der Zentralfriedhof ist mit seiner Größe eine eigene Stadt.

Diese Kategorie sammelt Friedhöfe, Mahnmale und Gedenkorte. Sie sind keine Sehenswürdigkeiten im üblichen Sinn, gehören aber zu den Orten, an denen man am meisten über Wien erfährt – über das kaiserliche ebenso wie über das Wien des 20. Jahrhunderts.

Wer sich darauf einlässt, sollte Zeit mitbringen. Diese Orte funktionieren nicht im Vorbeigehen.

Der Zentralfriedhof ist mit rund 330 Hektar einer der größten Friedhöfe Europas – so groß, dass eine eigene Buslinie über das Gelände fährt. Bei Tor 2 liegen die Ehrengräber mit Beethoven, Schubert, Brahms und Falco.

Daneben stehen die Orte des 20. Jahrhunderts: das Mahnmal am Judenplatz, unter dem die Fundamente der 1421 zerstörten Synagoge liegen, sowie Gedenkorte am Morzinplatz, am Albertinaplatz und am Heldenplatz. Sie sind frei zugänglich und brauchen keine Führung, aber Zeit.

Häufige Fragen

Ja, der Zentralfriedhof ist frei zugänglich, und ein Besuch ist ausdrücklich üblich. Mit rund 330 Hektar ist er einer der größten Friedhöfe Europas – so groß, dass eine eigene Buslinie über das Gelände fährt. Die Ehrengräber mit Beethoven, Schubert, Brahms und Falco liegen bei Tor 2. Die Öffnungszeiten wechseln saisonal.

So nennt man in Wien ein aufwendiges, würdevolles Begräbnis mit Prunkwagen, Musik und großer Trauergesellschaft. Über Jahrhunderte war es ein Statusthema, für das Familien vorsorgten. Das Bestattungsmuseum am Zentralfriedhof erklärt diese Kultur samt ihrer Kuriositäten – etwa der Sargtrompete gegen das Scheintot-Begräbnis – und ist unterhaltsamer, als der Gegenstand vermuten lässt.

Am Judenplatz in der Innenstadt steht Rachel Whitereads Mahnmal für die österreichischen Opfer der Schoah – eine nach außen gekehrte Bibliothek aus Beton; darunter liegen die Fundamente der 1421 zerstörten Synagoge. Weitere Gedenkorte finden sich am Morzinplatz, am Albertinaplatz und am Heldenplatz, der selbst ein Ort mit schwerer Geschichte ist.