Oper in Wien muss nicht teuer sein: 435 Stehplätze gibt es jeden Abend, die meisten um 13 bis 18 Euro. Wie und wann du sie bekommst, was die Führung bietet und welche Ermäßigungen es gibt.
Die Wiener Staatsoper spielt rund 350 Vorstellungen pro Saison – und du musst kein Vermögen ausgeben, um dabei zu sein. Mit einem Stehplatz bist du ab 13 € drin, mit einer Führung siehst du das Haus bei Tag. Hier erfährst du, wie es funktioniert. Stand: Oktober 2026.
Stehplätze: Oper ab 13 Euro
Die Staatsoper hat 435 Stehplätze, und sie werden nur am Tag der Vorstellung verkauft. Es gibt drei Bereiche:
- Parterre – 18 €: direkt hinter dem Parkett, unter der Mittelloge, ungefähr auf Höhe der Bühne. Laut Staatsoper einer der besten Blicke im Haus und der beliebteste Stehplatz.
- Galerie – 15 €: ganz oben, mit Blick über den ganzen Saal. Die Sicht auf die Bühne ist steil.
- Balkon – 13 €: direkt über den Logen.
Jeder Stehplatz hat einen eigenen Bildschirm mit Untertiteln, unter anderem auf Deutsch und Englisch. Du verstehst also auch dann, worum es geht, wenn auf Italienisch gesungen wird.
So bekommst du einen Stehplatz
- Online: am Tag der Vorstellung ab 10 Uhr auf wiener-staatsoper.at.
- An der Stehplatzkassa: ab 80 Minuten vor Beginn, mit eigenem Eingang in der Operngasse unter den Arkaden. Hier gibt es immer ein fixes Kontingent – auch dann, wenn online schon alles weg ist.
Was du wissen musst
- Mäntel, Jacken, Rucksäcke und größere Taschen musst du an der Garderobe abgeben. Die Garderobe ist gratis.
- Einlass ist eine Stunde vor Beginn. Wer zu spät kommt, wird nicht mehr in den Saal gelassen, kann aber im Streamingraum zuschauen und nach der Pause auf den Platz.
- Am Stehplatz gilt ein Mindestalter von 5 Jahren.
- Stehen heißt stehen: Auf freie Sitzplätze darfst du nicht wechseln.
Noch günstiger: StehplatzPLUS und U27
- Unter 27: Stehplätze kosten 10 €, egal in welchem Bereich, und du kannst sie schon am Vortag ab 10 Uhr online kaufen.
- StehplatzPLUS: ein Upgrade der kostenlosen BundestheaterCard. Für einmalig 28 € kosten Stehplätze dann 4 bis 7 €, buchbar ebenfalls ab dem Vortag. Vier Besuche sind gratis inklusive. Das lohnt sich, wenn du länger in Wien bist oder hier lebst.
Sitzplätze: ab 15 Euro
Sitzplätze gibt es ab 15 €. Verkauft wird immer für den laufenden und die zwei folgenden Monate – am 1. Jänner etwa startet der Verkauf für den ganzen März. Beliebte Abende sind schnell weg; kauf also früh, sobald dein Reisemonat freigeschaltet ist.
- Unter 27: Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es Restkarten um 25 € an der Abendkassa im Foyer – für alle unter 27, solange etwas übrig ist. Mit der kostenlosen U27-Mitgliedschaft (für EU-Bürger und Menschen mit dauerhaftem Aufenthalt in der EU) bekommst du außerdem für ausgewählte Vorstellungen Karten um 25 €.
- Kinder unter 16: 20 € pro Karte, in Verbindung mit einem Ticket zum Normalpreis. Ausgenommen sind unter anderem Premieren und die Fledermaus zu Silvester.
- Kurzentschlossene: Mit der BundestheaterCard gibt es am Vortag an den Kassen Karten um 55 €, vor allem in den Kategorien 2 und 3.
Kauf nur über die Staatsoper selbst. Gekaufte Karten werden nicht zurückgenommen; du kannst sie aber über die Kommissionsbörse der Staatsoper weiterverkaufen.
Was ziehe ich an?
Die Staatsoper sagt es klar: Es gibt keinen Dresscode. Kleid, Anzug, Hose, Pullover – alles ist erlaubt. Elegant ist nicht nötig, aber auch nicht verboten. Am Stehplatz sind bequeme Schuhe die bessere Wahl.
Die Führung: das Haus bei Tag
Bei der Standardführung gehst du in rund 40 Minuten durch die Prunkräume bis in den Zuschauerraum. Sie kostet 18 € für Erwachsene ab 27; unter 27, Senioren und Kinder ab 6 zahlen 14 €, Kinder unter 6 nichts. Geführt wird auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Japanisch, in Gruppen bis 30 Personen.
Tickets gibt es online oder – wenn noch Plätze frei sind – ab 30 Minuten vor Beginn an der Führungskassa. Die Termine stellt die Staatsoper jeweils zur Monatsmitte für den Folgemonat online. Sei 15 Minuten vorher da. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist die Führung leider nicht geeignet.
- Backstageführung: rund 90 Minuten hinter die Kulissen, an ausgewählten Sonntagen, 48 € (unter 27: 36 €), nur online.
- Kinderführung: für 6- bis 10-Jährige, rund 90 Minuten auf Deutsch.
Ein Stück Geschichte
Die Staatsoper wurde am 25. Mai 1869 mit Mozarts „Don Giovanni“ eröffnet, gebaut von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll. Am 5. November 1955 wurde sie mit Beethovens „Fidelio“ wiedereröffnet. Heute gilt sie als das Haus mit dem größten Repertoire: Pro Saison stehen in rund 350 Vorstellungen mehr als 60 Opern- und Ballettwerke auf dem Spielplan.
Opernball und Silvester
Der 69. Wiener Opernball findet am 4. Februar 2027 statt. Rund um den Ball ist das Haus für Vorstellungen geschlossen – plan deinen Opernbesuch also nicht für den 2. bis 4. Februar. Zu Silvester steht traditionell „Die Fledermaus“ auf dem Spielplan, am 31. Dezember 2026 dirigiert von Franz Welser-Möst.
Anreise
Die Staatsoper liegt am Ring, direkt bei der U-Bahn-Station Karlsplatz (U1, U2, U4). Die Straßenbahnen 1, 2, D und 71 halten bei „Oper, Karlsplatz“, ebenso der Bus 59A. Nach der Vorstellung bist du in wenigen Minuten auf der Kärntner Straße – Ideen für danach findest du in Wien bei Nacht.
Stand: Oktober 2026. Quellen: wiener-staatsoper.at, wien.info. Preise und Regeln ändern sich – prüf sie vor dem Kauf auf der Seite der Staatsoper.