Wien ist eine der fotogensten Städte Europas – barocke Paläste, bunt gekachelte Dächer, goldverzierte Säle und überraschende Kontraste zwischen Alt und Neu. Ob mit Profikamera oder Smartphone: An diesen 15 Orten gelingen dir Bilder, die garantiert Likes sammeln. Zu jedem Spot verraten wir die beste Uhrzeit, den optimalen Standort und was das Foto besonders macht.
1. Nationalbibliothek – Der Prunksaal
Der barocke Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek gilt als einer der schönsten Bibliotheksräume der Welt. Deckenhohe Bücherregale aus dunklem Holz, Fresken von Daniel Gran an der Kuppel, Globen und Marmorsäulen – das Licht, das durch die hohen Fenster fällt, erzeugt eine fast unwirkliche Atmosphäre.
Foto-Tipp: Stell dich in die Mitte des Saals und fotografiere in Richtung der Kuppel. Weitwinkel ist hier Gold wert. Vormittags ist das Licht am weichsten. Beste Zeit: Direkt nach Öffnung (10 Uhr) für leere Gänge Eintritt: Kostenpflichtig Adresse: Josefsplatz 1, 1010 Wien
2. Stephansdom-Dach – Ziegelmuster von oben
Das bunt glasierte Ziegeldach des Stephansdoms mit dem Doppeladler und dem Stadtwappen ist ikonisch – aber von unten kaum zu fotografieren. Der Trick: Steig auf den Nordturm (per Lift) und fotografiere das Dach von der Aussichtsplattform aus. Die geometrischen Muster der über 230.000 Ziegel wirken aus dieser Perspektive fast wie ein Kunstwerk.
Foto-Tipp: Zoom auf die Ziegelmuster, nicht auf das Gesamtbild. Die Details machen das Foto besonders. Beste Zeit: Spätnachmittag für warmes Licht auf den Ziegeln Eintritt: Turmaufstieg kostenpflichtig
3. Gloriette – Der Postkarten-Blick
Die Terrasse vor der Gloriette im Schlosspark Schönbrunn bietet DEN Wien-Blick schlechthin: Im Vordergrund der barocke Garten mit seinen symmetrischen Beeten, in der Mitte das Schloss, dahinter die Wiener Skyline mit dem Stephansdom. Dieses Bild funktioniert zu jeder Jahreszeit.
Foto-Tipp: Der Standort direkt mittig vor der Gloriette gibt die symmetrischste Komposition. Im Hochformat mit dem Bogen der Gloriette als Rahmen ist der Shot besonders stark. Beste Zeit: Goldene Stunde am Abend – das Schloss leuchtet im warmen Licht Eintritt: Terrasse kostenlos, Innenraum kostenpflichtig
4. Karlskirche-Spiegelung
Die Karlskirche am Karlsplatz ist ohnehin beeindruckend, aber das eigentliche Foto entsteht am Wasser: Der flache Teich vor der Kirche spiegelt die gesamte Fassade mit den beiden Säulen und der Kuppel. An windstillen Tagen ist die Spiegelung perfekt – eines der meistfotografierten Motive Wiens.
Foto-Tipp: Geh tief runter (Knie oder Boden) und fotografiere möglichst nah am Wasser. Je niedriger der Blickwinkel, desto dramatischer die Spiegelung. Beste Zeit: Morgens vor 9 Uhr (kaum Menschen, ruhiges Wasser) oder nachts bei Beleuchtung Eintritt: Kostenlos (Außenansicht)
5. Hundertwasserhaus – Farbexplosion
Das Hundertwasserhaus ist Wiens buntester Fotospot: wellenförmige Böden, bunte Fassaden, Bäume die aus Fenstern wachsen, unregelmäßige Formen überall. Kein rechter Winkel, keine gerade Linie – das Gebäude sieht aus wie ein begehbares Gemälde.
Foto-Tipp: Die beste Perspektive ist von der gegenüberliegenden Straßenseite (Kegelgasse). Fokussiere auf Details – ein einzelnes buntes Fenster mit Pflanze sagt mehr als das Gesamtbild. Beste Zeit: Vormittags, wenn die Sonne die Fassade direkt beleuchtet Eintritt: Kostenlos (Außenansicht) Adresse: Kegelgasse 36-38, 1030 Wien
6. MuseumsQuartier – Die Enzis
Die bunten Enzis (Designliegen) im Innenhof des MuseumsQuartiers sind ein Wien-Klassiker. Die kräftige Farbe der Liegen vor den historischen Fassaden der ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen ergibt ein Kontrastbild, das sofort „Wien" schreit.
Foto-Tipp: Setz dich auf einen Enzi und fotografiere in Richtung der barocken Fassade – oder lass dich von oben fotografieren. Abends mit Lichtstimmung besonders atmosphärisch. Beste Zeit: Später Nachmittag für warmes Licht, abends für Stimmung Eintritt: Innenhof kostenlos
7. Oberes Belvedere – Symmetrie pur
Die Gartenanlage des Belvedere ist ein Traum für Symmetrie-Fans. Stell dich ans untere Ende des Gartens und fotografiere entlang der Mittelachse nach oben zum Oberen Belvedere – Hecken, Brunnen, Treppen, Schloss, alles perfekt aufgereiht.
Foto-Tipp: Exakt mittig stehen und im Querformat fotografieren. Im Winter mit Schnee auf den Hecken besonders magisch. Beste Zeit: Morgens für wenig Besucher und weiches Licht Eintritt: Garten kostenlos
8. Graben – Jugendstil und Pestsäule
Der Graben in der Fußgängerzone der Innenstadt bietet gleich mehrere Motive: Die barocke Pestsäule in der Mitte, die prachtvollen Jugendstilfassaden links und rechts und – wer nach oben schaut – filigrane Ornamente an den Hausfassaden, die die meisten übersehen.
Foto-Tipp: Fotografiere die Pestsäule mit Fluchtpunkt-Perspektive entlang des Grabens. Oder zoome auf die Fassadendetails in den Obergeschossen für abstrakte Architekturbilder. Beste Zeit: Frühmorgens (7–8 Uhr) für menschenleere Aufnahmen Adresse: Graben, 1010 Wien
9. Wiener Staatsoper – Abendstimmung
Die Wiener Staatsoper ist tagsüber beeindruckend, aber abends entfaltet sie ihren vollen Glanz. Die beleuchtete Fassade in der blauen Stunde – wenn der Himmel dunkelblau ist und die Lichter der Stadt gerade angehen – ergibt eines der elegantesten Wien-Fotos.
Foto-Tipp: Von der gegenüberliegenden Straßenseite (Kärntner Straße/Ecke Operngasse) fotografieren. Im Vordergrund eventuell eine vorbeifahrende Straßenbahn für Dynamik. Beste Zeit: Blaue Stunde (ca. 20–30 Minuten nach Sonnenuntergang) Eintritt: Kostenlos (Außenansicht)
10. Café Central – Wiener Kaffeehauskultur
Das Café Central im Palais Ferstel ist mit seinen hohen Gewölbedecken, den Marmortischen und den Kronleuchtern eines der fotogensten Kaffeehäuser der Welt. Ein Foto mit Melange und Sachertorte vor dieser Kulisse ist das ultimative Wien-Souvenir.
Foto-Tipp: Setz dich an einen Tisch am Fenster und fotografiere die Tasse mit dem Innenraum als Hintergrund. Natürliches Fensterlicht schmeichelt dem Bild. Beste Zeit: Unter der Woche vormittags (am Wochenende überfüllt) Adresse: Herrengasse 14, 1010 Wien
11. Donaukanal Street Art
Die legalen Graffiti-Mauern am Donaukanal zwischen Schwedenplatz und Friedensbrücke wechseln ständig. Hier entstehen bunte, urbane Fotos, die das andere Wien zeigen – fernab von Barock und Kaiserzeit.
Foto-Tipp: Porträts vor den Graffiti-Wänden funktionieren hervorragend. Die Farben der Street Art liefern den perfekten Hintergrund. Beste Zeit: Nachmittags, wenn die Sonne die Wand direkt beleuchtet Eintritt: Kostenlos
12. Schloss Schönbrunn – Spiegelgalerie
Wer das Schloss von innen besichtigt, sollte die Kamera in der Großen Galerie bereithalten: ein 40 Meter langer Saal mit Kristalllüstern, Deckenmalereien und goldverziertem Stuck. Der Raum ist so symmetrisch, dass er fast unwirklich wirkt.
Foto-Tipp: Warte auf einen Moment, in dem die Menschenmasse sich lichtet und fotografiere entlang der Raumlänge. Porträtformat fängt die Deckenhöhe ein. Beste Zeit: Erste Führung des Tages Eintritt: Kostenpflichtig (Schlossführung)
13. Volksgarten – Rosenfotos im Mai/Juni
Der Volksgarten neben der Hofburg wird im Frühsommer zum Rosengarten: Tausende blühende Rosensträucher in allen Farben, dahinter der Theseus-Tempel und die Hofburg-Fassade. Ein Rosenfoto mit der Hofburg im Hintergrund ist quintessentiell Wien.
Foto-Tipp: Geh nah an eine einzelne Rose ran und nutze den Hintergrund (Hofburg oder Tempel) als Bokeh-Element. Smartphone-Porträtmodus funktioniert hier erstaunlich gut. Beste Zeit: Mai–Juni für die Rosenblüte, morgens für weiches Licht Eintritt: Kostenlos
14. DC Tower – Modernes Wien
Der DC Tower in der Donau City ist mit 250 Metern Österreichs höchstes Gebäude und der fotogenste Vertreter des modernen Wien. Die geschwungene Glasfassade spiegelt Himmel und Wolken und bildet einen dramatischen Kontrast zur historischen Stadt.
Foto-Tipp: Fotografiere den Tower vom Donauufer oder von der Reichsbrücke aus – mit der Donau im Vordergrund. Nachts reflektiert die beleuchtete Fassade im Wasser. Beste Zeit: Blaue Stunde oder bei dramatischen Wolkenformationen Anfahrt: U1 bis Kaisermühlen-VIC
15. Justizpalast – Das geheime Treppenhaus
Der Justizpalast am Schmerlingplatz ist von außen imposant, aber das wahre Fotomotiv verbirgt sich im Inneren: ein monumentales Treppenhaus mit Marmorsäulen und einer Glaskuppel, das nur wenige Touristen kennen. Der Zugang ist öffentlich (Sicherheitskontrolle am Eingang), und man darf fotografieren.
Foto-Tipp: Stell dich unten an die Treppe und fotografiere nach oben in die Kuppel. Die Linien der Treppe führen das Auge automatisch nach oben – ein architektonisches Meisterwerk. Beste Zeit: An Werktagen tagsüber (am Wochenende geschlossen) Adresse: Schmerlingplatz 10-11, 1010 Wien
Allgemeine Foto-Tipps für Wien
Goldene Stunde nutzen: Wien leuchtet besonders in der Stunde vor Sonnenuntergang. Die warmen Farben bringen die hellen Fassaden zum Strahlen.
Frühaufsteher werden belohnt: Die meisten Hotspots sind morgens um 7–8 Uhr menschenleer. Am Graben, am Stephansplatz und am Belvedere hast du dann freie Bahn für Aufnahmen ohne Menschenmassen.
Details statt Totale: Wien lebt von den Details – ein verzierter Türgriff, ein Jugendstil-Fenster, die Muster auf einer Kachelfassade. Oft erzählen Nahaufnahmen mehr als das große Panorama.
Regen als Chance: Wien bei Regen ist nicht schlechter, sondern anders schön. Nasse Kopfsteinpflaster reflektieren die Lichter, und die Stimmung wird filmisch. Die besten Regenfotos entstehen auf dem Graben und am Stephansplatz.
Noch mehr fotogene Orte findest du unter allen Sehenswürdigkeiten in Wien oder stöbere durch unsere Kategorien Architektur & Zeitgeschichte und Paläste & Residenzen.