Drei Millionen Menschen, rund 1.000 Ehrengräber, Rehe zwischen den Gräbern: Der Zentralfriedhof ist einer der besondersten Orte Wiens. So planst du deinen Besuch.
Der Wiener Zentralfriedhof ist mehr als ein Friedhof: ein riesiger Park mit Jugendstil-Architektur, Gräbern von Beethoven bis Falco und Wildtieren zwischen den Grabsteinen. Auf rund 2,5 Quadratkilometern liegen rund drei Millionen Menschen aller Konfessionen begraben – mehr als Wien heute Einwohner hat. Der Eintritt ist frei. Hier erfährst du, wie du hinkommst, wo die bekannten Gräber liegen und was du beachten solltest.
Anfahrt und Öffnungszeiten
Am einfachsten kommst du mit den Straßenbahnen 11 und 71 zur Station „Zentralfriedhof 2. Tor“ am Haupteingang. Mit der U3 fährst du bis Simmering und steigst dort in die 11 um.
- März und 1. Oktober bis 2. November: 7 bis 18 Uhr
- April bis September: 7 bis 19 Uhr, von Mai bis August donnerstags bis 20 Uhr
- 3. November bis Ende Februar: 8 bis 17 Uhr
Die Nebentore öffnen bis zu einer Stunde später und schließen früher als der Haupteingang.
Zurechtfinden: die Tore
- Tor 2 – Haupteingang: Hier beginnt fast jeder Besuch. Das Jugendstil-Portal von Max Hegele stammt von 1905. Am Tor findest du den Infopoint mit Friedhofsplan, das Café, den Friedhofsshop und den Start des E-Busses. Von hier führt die Hauptallee zu den Ehrengräbern und zur Kirche.
- Tor 1: die alte jüdische Abteilung, belegt ab 1879, mit den Gräbern von Arthur Schnitzler und Friedrich Torberg.
- Tor 3: Nebeneingang, in der Nähe liegt der „Park der Ruhe und Kraft“ (Gruppe 23), eine nach Geomantie angelegte Anlage mit Bänken und Trittsteinen.
Ein Tipp für die Orientierung: Die Gräber sind nach Gruppen nummeriert, die du auf dem Plan am Tor 2 findest. Mit Gruppe und Nummer findest du jedes Grab.
Die Ehrengräber
Am Zentralfriedhof gibt es rund 1.000 Ehrengräber. Die bekanntesten liegen links und rechts der Hauptallee zwischen Tor 2 und Kirche. Die Gruppen laut offizieller Liste von Friedhöfe Wien:
Gruppe 32A – die Komponisten
Hier liegen nebeneinander Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johannes Brahms und Johann Strauss (Sohn), dazu Johann Strauss (Vater), Christoph Willibald Gluck, Joseph Lanner und Hugo Wolf. Für Mozart steht hier nur ein Denkmal – begraben ist er auf dem Friedhof St. Marx.
Gruppe 32C und 33G
- 32C: Arnold Schönberg, Curd Jürgens, Robert Stolz, Bruno Kreisky und Helmut Zilk.
- 33G: Udo Jürgens – seine Urne steht in einem weißen Marmorflügel –, Hedy Lamarr, Helmut Qualtinger, Joe Zawinul und Maria Lassnig.
Falco und weitere
- Falco (Hans Hölzel) liegt in Gruppe 40. Vom Tor 2 gehst du die Hauptallee Richtung Kirche und biegst beim Kreisverkehr links ab.
- Antonio Salieri und Adolf Loos liegen in Gruppe 0, der Physiker Ludwig Boltzmann in Gruppe 14C.
Die Friedhofskirche und die Präsidentengruft
Am Ende der Hauptallee steht die Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus, ebenfalls von Max Hegele, 1911 eingeweiht und eine der schönsten Jugendstilkirchen Wiens. Die Kuppel ist innen 39 Meter hoch, die Uhren zeigen statt Ziffern die Worte „Tempus fugit“. In der Unterkirche liegt Bürgermeister Karl Lueger.
Direkt vor der Kirche liegt die Präsidentengruft, die letzte Ruhestätte der österreichischen Bundespräsidenten seit 1945 – von Karl Renner bis Thomas Klestil.
Die Kirche ist von März bis 2. November von 8 bis 16:30 Uhr geöffnet, im Winter bis 15:30 Uhr.
Das Bestattungsmuseum
Im Untergeschoß der Aufbahrungshalle 2, rund 100 Meter vom Haupteingang, liegt das Bestattungsmuseum. Es zeigt auf 300 Quadratmetern, wie Wien mit dem Tod umgeht. Zu sehen sind etwa ein Klappsarg von 1784 aus der Zeit Josephs II., eine Leichenkutsche um 1900 und der „Rettungswecker“ gegen die Angst vor dem Scheintod.
- Geöffnet Mittwoch bis Freitag, 10 bis 16 Uhr
- Eintritt 9 €, Kinder unter 6 frei
- Mit Führung 18 € – an ausgewählten Samstagen, Tickets nur online
Unterwegs im Friedhof
Der Zentralfriedhof ist groß – vom Tor 2 bis zum Falco-Grab und zurück bist du schon eine Weile unterwegs. Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- E-Bus: Die Rundlinie startet am Tor 2 ab 10 Uhr und fährt alle 30 Minuten 19 Stationen an. Eine Fahrt kostet 1,20 €; mit einem gültigen Öffi-Ticket für Wien fährst du ohne Aufzahlung.
- Fahrrad: Radfahren ist erlaubt. Am Tor 2 kannst du E-Bikes leihen, die erste Stunde kostet 5 €.
- Fiaker: Von April bis Oktober fahren Kutschen ab Tor 2 – 70 € für rund 30 Minuten.
- Führung: Friedhöfe Wien bietet zweistündige Führungen auf Deutsch an, zum Beispiel zu den Ehrengräbern, Erwachsene 24 €, nur mit Voranmeldung. Einen Audioguide gibt es als Web-App in 20 Sprachen.
Was du beachten solltest
- Hunde sind verboten, ausgenommen Assistenzhunde.
- Ruhe und Respekt: Hier finden jeden Tag Begräbnisse statt. Betritt keine fremden Gräber und fass keine Grabsteine an.
- Fotografieren: Bleib diskret und fotografiere keine privaten Gräber. Für kommerzielle Foto- und Filmaufnahmen braucht es eine Genehmigung von Friedhöfe Wien.
- Wildtiere: Am Friedhof leben Rehe, Feldhamster, Eichhörnchen und Turmfalken. Füttern ist verboten.
Allerheiligen und Allerseelen
Am 1. und 2. November besuchen besonders viele Menschen die Gräber ihrer Angehörigen. Der Friedhof hat dann regulär von 7 bis 18 Uhr offen. Am 1. November darf kein Auto einfahren, und der E-Bus fährt nicht. Im Vorjahr fuhr die Straßenbahn 11 zu Allerheiligen schon ab etwa 7 Uhr, und beide Linien waren tagsüber öfter unterwegs. Beim Friedhof gibt es rund um Allerheiligen einen Markt; im Vorjahr lief er vom 25. Oktober bis 2. November. Das Bestattungsmuseum öffnet am 1. November von 10 bis 18 Uhr.
Wenn du den Friedhof in Ruhe erleben willst, komm lieber an einem anderen Tag.
Mehr besondere Orte abseits der bekannten Wege findest du in unserem Beitrag Geheimtipps in Wien.
Stand: Oktober 2026. Quellen: friedhoefewien.at (inkl. Liste der Ehrengräber, Stand September 2026), bestattungsmuseum.at, wien.info, wien.gv.at. Öffnungszeiten und Preise ändern sich – prüf sie vor dem Besuch auf der Seite von Friedhöfe Wien.