Das Belvedere sind eigentlich drei Museen und ein Garten. Wir erklären, wo Klimts Kuss hängt, welches Ticket du brauchst und wann du am besten kommst.
Das Belvedere ist zwei Barockschlösser, ein Garten dazwischen – und das Zuhause von Gustav Klimts „Der Kuss“. Wer zum ersten Mal hinkommt, steht schnell vor der Frage: Oberes oder Unteres Belvedere, Einzel- oder Kombiticket? Hier sind die Antworten, Stand Oktober 2026.
Kurz gesagt: Für den Kuss brauchst du nur das Obere Belvedere (23 €). Unter 19 ist der Eintritt frei. Der Schlossgarten kostet nichts.
Oberes, Unteres, Belvedere 21 – was ist was?
- Oberes Belvedere: das große Schloss auf dem Hügel mit der Sammlung – 800 Jahre Kunst vom Mittelalter bis in die 1970er, darunter Klimt, Schiele, Kokoschka und die Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt. Hier hängt der Kuss.
- Unteres Belvedere: das ehemalige Wohnschloss von Prinz Eugen am Rennweg. Hier laufen wechselnde Ausstellungen, dazu kommen die Orangerie und im Prunkstall Kunst aus Mittelalter und Renaissance.
- Belvedere 21: zeitgenössische Kunst in einem Pavillon von Karl Schwanzer beim Hauptbahnhof.
Tickets und Preise
- Oberes Belvedere: 23 €
- Unteres Belvedere: 20 €
- Belvedere 21: 12 €
- 2 in 1 – Oberes und Unteres: 32 € statt 43 €
- 3 in 1 – alle drei: 34 € statt 55 €
Unter 19 ist der Eintritt überall frei. Studierende unter 26 und Senioren ab 65 zahlen weniger, im Oberen Belvedere zum Beispiel 19 €. Mit der Vienna City Card sparst du 1,50 € (Oberes) bzw. 2,50 € (2 in 1). Mit dem Vienna Pass ist der Eintritt inklusive.
Ins Obere Belvedere kommst du mit fixer Einlasszeit; bleiben kannst du dann so lange du willst. Ein Online-Ticket hat einen Vorteil: Du gehst direkt zum Eingang. Günstiger als an der Kassa ist es laut Belvedere nicht. Die Preise gelten tagesaktuell – kauf nur auf belvedere.at, das Museum warnt vor gefälschten Tickets auf anderen Plattformen.
Welches Ticket lohnt sich?
- Du willst den Kuss sehen und hast zwei Stunden: Oberes Belvedere.
- Du hast einen halben Tag: 2 in 1. Für nur 9 € mehr bekommst du die Ausstellungen im Unteren Belvedere, und der Weg durch den Garten verbindet beide Schlösser.
- Du magst zeitgenössische Kunst: 3 in 1 – Belvedere 21 kostet dann nur 2 € extra. Achtung: Belvedere 21 ist vom 5. Oktober bis 4. November 2026 wegen Ausstellungsaufbaus geschlossen.
- Du kommst öfter oder wohnst in Wien: Der Gold Pass gilt ein Jahr für alle drei Häuser und kostet 49 € – ohne Zeitslot.
Klimts Kuss
„Der Kuss“ – im Original „Liebespaar“ – entstand um 1907 bis 1909 und misst 180 mal 180 Zentimeter. Klimt arbeitete mit Blattgold, Blattsilber und sogar Blattplatin, daher das Leuchten, das kein Foto richtig einfängt. 1908 wurde das Bild auf der Kunstschau Wien gezeigt, und noch im selben Jahr kaufte es der Staat für die Moderne Galerie im Belvedere. Seitdem hängt es in Wien.
Das Belvedere besitzt die größte Sammlung von Klimt-Gemälden weltweit. Im Oberen Belvedere siehst du außerdem Porträts wie das von Sonja Knips und Werke von Egon Schiele und Richard Gerstl.
Fotografieren ist für private Zwecke erlaubt – ohne Blitz, Stativ und Selfiestick. Vor dem Kuss stehen oft viele Menschen; nimm dir trotzdem ein paar Minuten, das Bild wirkt aus der Nähe ganz anders.
Wann ist wenig los?
Laut Belvedere ist es zu Mittag, am Wochenende und an Feiertagen am vollsten. Ruhiger ist es früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
- Oberes Belvedere: täglich 9 bis 18 Uhr
- Unteres Belvedere: täglich 10 bis 18 Uhr
- Belvedere 21: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr
Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Schluss. Schließfächer sind gratis, Koffer kannst du nicht abgeben.
Der Garten: gratis und schön
Zwischen den beiden Schlössern liegt der barocke Belvederegarten auf drei Terrassen. Der Eintritt ist frei. Im Oktober hat er von 6:30 bis 19 Uhr offen, von November bis Februar bis 17:30 Uhr. Hunde sind nicht erlaubt.
Gleich daneben liegt der Botanische Garten der Universität Wien, ebenfalls gratis. Der kleine Alpengarten hat im Sommerhalbjahr geöffnet und kostet 4,50 €.
Ein Stück Geschichte
Prinz Eugen von Savoyen ließ sich das Belvedere von Johann Lucas von Hildebrandt bauen: das Untere Belvedere ab 1712, das Obere bis 1723. 1777 öffnete im Oberen Belvedere eine Gemäldegalerie – eines der ersten öffentlichen Museen der Welt. Und am 15. Mai 1955 wurde im Oberen Belvedere der Staatsvertrag unterzeichnet: „Österreich ist frei.“
Anreise
- Oberes Belvedere: Straßenbahn D bis „Schloss Belvedere“ oder Straßenbahn 18 und O bis „Quartier Belvedere“. Vom Hauptbahnhof sind es rund 15 Minuten zu Fuß.
- Unteres Belvedere: Straßenbahn 71 bis „Unteres Belvedere“ oder D bis „Gußhaustraße“.
- Belvedere 21: Straßenbahn D, 18 oder O bis „Quartier Belvedere“.
Mehr Museen im Vergleich findest du in unserem Beitrag Museen in Wien – welches lohnt sich für wen?.
Stand: Oktober 2026. Quellen: belvedere.at, Sammlung Online des Belvedere, bundesgaerten.at. Preise gelten tagesaktuell – prüf sie vor dem Besuch im Ticketshop des Belvedere.