Fünf U-Bahn-Linien, knapp 30 Straßenbahnlinien, kaum je länger als fünf Minuten Wartezeit. Was Besucher regelmäßig falsch machen, ist die Ticketwahl – hier steht, was sich wann rechnet.
Wiens öffentlicher Verkehr gehört zu den besten in Europa: fünf U-Bahn-Linien, knapp 30 Straßenbahnlinien und ein dichtes Busnetz, das auch die Randbezirke erschließt. In der Innenstadt kommst du damit praktisch überall hin, ohne je länger als fünf Minuten zu warten.
Was Besucher regelmäßig falsch machen, ist die Ticketwahl. Hier steht, was sich wann rechnet.
Die Preise 2026
Seit 1. Jänner 2026 gelten neue Tarife:
- Einzelfahrt: 3,20 € (Kinder ermäßigt 1,60 €)
- 24-Stunden-Ticket: 10,20 €
- 7-Tage-Wien: 28,90 €
- Jahreskarte: 461 € digital, 467 € als Karte
Spartipp: Digital gekaufte Tickets sind rund fünf Prozent günstiger als am Automaten oder Schalter. Die WienMobil-App macht den Unterschied bei einem Wochenticket schon aus.
Welches Ticket lohnt sich für dich?
Ein bis drei Fahrten pro Tag: Einzelfahrscheine
Klingt banal, wird aber oft übersehen. Wenn dein Hotel in der Innenstadt liegt und du ohnehin viel zu Fuß gehst, kommst du mit zwei Fahrten am Tag aus. Das sind 6,40 € gegenüber 10,20 € für das Tagesticket. Wien ist im ersten Bezirk kompakter, als die Karte vermuten lässt – vom Stephansdom zur Staatsoper sind es sieben Minuten zu Fuß.
Vier oder mehr Fahrten pro Tag: 24-Stunden-Ticket
Ab der vierten Fahrt rechnet sich das Zeitticket. Wichtig: Es gilt 24 Stunden ab Entwertung, nicht bis Mitternacht. Wenn du um 14 Uhr entwertest, fährst du bis 14 Uhr am Folgetag.
Ab vier Tagen: 7-Tage-Wien
Das 7-Tage-Wien-Ticket kostet 28,90 € und ist damit ab etwa dem vierten Reisetag günstiger als tägliche 24-Stunden-Tickets. Es ist personengebunden und läuft anders als die klassische Wochenkarte nicht von Montag bis Montag, sondern sieben Tage ab Gültigkeitsbeginn.
Das Wichtigste zum Entwerten
Wien hat keine Zugangsschranken. Du kannst jede Station betreten und jeden Zug besteigen, ohne dass dich etwas aufhält. Das verleitet Besucher regelmäßig dazu, das Entwerten zu vergessen.
- Papiertickets müssen vor Fahrtantritt am blauen Entwerter gestempelt werden – in der U-Bahn-Station vor der Bahnsteigebene, in Bim und Bus im Fahrzeug.
- Zeittickets entwertest du nur einmal, beim ersten Antritt.
- Digitale Tickets in der App sind ab Kaufzeitpunkt gültig, da entfällt das Entwerten.
Kontrollen sind unauffällig – die Prüfer tragen keine Uniform. Das Strafgeld liegt bei 105 €, und dass man das Ticket "eh gekauft, nur nicht gestempelt" hat, zählt nicht.
Die Linien, die du wirklich brauchst
U1 – die Nord-Süd-Achse
Verbindet Hauptbahnhof, Karlsplatz, Stephansplatz und Praterstern. Wenn du am Hauptbahnhof ankommst, bringt dich die U1 in acht Minuten ins Zentrum. Am Praterstern steigst du für den Prater und das Riesenrad aus.
U3 – quer durch die Stadt
Hält am Stephansplatz und an der Station Zieglergasse für die Mariahilfer Straße, Wiens größte Einkaufsstraße.
U4 – zu den Schlössern
Fährt bis Schönbrunn und ist damit dein Weg zu Schloss Schönbrunn. In die andere Richtung geht es nach Heiligenstadt, wo die Heurigenausflüge starten.
Straßenbahn 1 und 2 – die Ringstraße
Diese beiden Linien fahren die Ringstraße ab, die 1 im Uhrzeigersinn, die 2 gegen den Uhrzeigersinn. Du kommst dabei am Rathaus, am Parlament, an der Staatsoper und am Kunsthistorischen Museum vorbei.
Das ist die beste Stadtrundfahrt Wiens – und mit einem normalen Ticket statt eines Sightseeing-Aufpreises. Wer eine Runde fahren will, braucht dafür knapp 25 Minuten.
Straßenbahn D und 38 – zu den Weingärten
Die 38 ab Schottentor fährt nach Grinzing, die D nach Nussdorf. Beide enden mitten im Heurigengebiet.
Nachts
Von Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag und vor Feiertagen fährt die U-Bahn durch – die ganze Nacht, im Intervall von 15 Minuten. In allen anderen Nächten übernehmen ab etwa 0:30 Uhr die NightLine-Busse, erkennbar am N vor der Liniennummer. Sie fahren im 30-Minuten-Takt, und normale Tickets gelten.
Vom Flughafen in die Stadt
Es gibt drei sinnvolle Varianten:
- S-Bahn S7: die günstigste Variante. Du brauchst ein Ticket für die Außenzone zusätzlich zum Wien-Ticket. Fahrzeit ins Zentrum rund 25 Minuten.
- City Airport Train (CAT): schneller und direkt zur Station Wien Mitte, aber deutlich teurer und mit eigenem Ticket.
- Vienna Airport Lines (Bus): praktisch, wenn dein Hotel in der Nähe einer der Endstationen liegt.
Für die meisten Besucher ist die S7 die vernünftigste Wahl: Der Zeitgewinn des CAT ist gering, der Preisunterschied nicht.
Fünf Dinge, die man wissen sollte
- Die Rolltreppe rechts stehen, links gehen. Wer links stehen bleibt, wird geschoben.
- Fahrräder dürfen in der U-Bahn außerhalb der Stoßzeiten mitgenommen werden, brauchen aber ein eigenes Ticket.
- Hunde brauchen Maulkorb und Leine und ebenfalls ein Ticket, wenn sie nicht in eine Tasche passen.
- Die App heißt WienMobil und kann Ticketkauf, Routenplanung und Echtzeitanzeige. Google Maps funktioniert für Wien aber ebenfalls zuverlässig.
- Straßenbahnen halten nicht automatisch. An kleineren Haltestellen musst du dem Fahrer ein Zeichen geben, und zum Aussteigen den Knopf drücken.
Wer sich für die Geschichte des Netzes interessiert: Das Verkehrsmuseum Remise zeigt historische Fahrzeuge in einer alten Wagenhalle – ein unterschätztes Museum, gerade an Regentagen.
Preisangaben mit Stand September 2026. Tarifänderungen erfolgen üblicherweise zum Jahreswechsel.